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Kälberdurchfall frühzeitig erkennen und richtig behandeln

Kälberdurchfall frühzeitig erkennen und richtig behandeln

Bis zu einem gewissen Grad sind die meisten Betriebe von Kälberdurchfall betroffen. Betroffene Kälber sollten allerdings schnellstmöglich identifiziert und behandelt werden, denn weit fortgeschrittene Flüssigkeitsverluste und Blutübersäuerung können für das Kalb lebensgefährlich werden. Wir zeigen Ihnen,

  • welche Folgen mit Kälberdurchfall einhergehen,
  • auf welche typischen Symptome Sie achten müssen,
  • wie die richtige Behandlung von Kälberdurchfall aussieht und
  • welche Krankheitsursachen in Betracht kommen.

Kälberdurchfall verstehen: Das passiert im Körper

Kälberdurchfall ist nicht ungewöhnlich und im Regelfall gut behandelbar. Betroffene Kälber erleiden dabei zunächst einen Flüssigkeitsverlust, der zu einer zunehmenden Austrocknung führt. Durch den Verlust von Elektrolyten, Energiemangel und Gärungsprozessen im Darm kommt es in der Folge zudem zu einer Blutübersäuerung (sog. Azidose). Auch eine Blutvergiftung ist möglich.

Kälberdurchfall: Symptome auf einen Blick

Symptome von Kälberdurchfall

Von Durchfall betroffene Kälber zeigen vielfältige Symptome. Zu den wichtigsten Anzeichen von Kälberdurchfall zählen:

  • Generelle Erschöpfungserscheinungen und Abgeschlagenheit
  • Verminderter Appetit; geringere Trinkmenge als gewöhnlich
  • Häufig gespannte Bauchdecke
  • Kalte, hängende Ohren
  • Dünner, später wässriger, ggf. blutiger, Kot
  • Möglicherweise Fieber (über 40°C) zu Beginn der Erkrankung
  • Zunehmend eingesunkene Augen

Tipp: Bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung kann ein Flüssigkeitsverlust festgestellt werden. Ziehen Sie hierzu einfach leicht an einer Hautfalte (z.B. am Hals). Verharrt die Hautfalte in der Position, liegt mindestens eine leichte Austrocknung vor.

Vergleich der Augen eines dehydrierten Kalbes mit den eines gesunden Kalbes

Bildquelle: 'Vergleich der Augen eines gesundes Kalbes mit denen eines dehydrierten Kalbes' von Hoard's Dairyman, veröffentlicht auf hoards.com

Das sagt die Augenlage über den Schweregrad der Austrocknung Insbesondere die Augenlage der Kälber ist ein gutes Maß für den Schweregrad der Erkrankung. Mit voranschreitendem Flüssigkeitsverlust sinken sie immer weiter ein. Sind die Augen schon deutlich erkennbar eingesunken, liegt bereits eine mittlere Austrocknung vor. Bei einer schweren Austrocknung dreht sich der obere Lidrand nach innen und die Augen sinken stark ein. In diesem Fall ist der Flüssigkeitsverlust schon stark fortgeschritten und es besteht sofortiger Handlungsbedarf!

Blutübersäuerung: Wie schwer ist die vorliegende Azidose?

Neben einer Austrocknung besteht bei betroffenen Kälbern in der Regel eine Blutübersäuerung. Auch hier können verschiedene Schweregrade unterschieden werden.

  • Keine Azidose: Das Kalb trinkt normal und kann den Flüssigkeitsverlust selbstständig ausgleichen. Der Flüssigkeitsverlust beträgt weniger als 5% des Körpergewichts (ca. 2 Liter).
  • Leichte Azidose: Das Kalb trinkt noch, wirkt aber zunehmend matt und abgeschlagen. Wird an der Hautfalte gezogen, bleibt diese stehen. Der Flüssigkeitsverlust liegt zwischen 6 und 8% des Körpergewichts (ca. 3 Liter).
  • Mittlere Azidose: Das Kalb trinkt kaum noch, ist sehr matt und zeigt deutlich eingesunkene Augen. In diesem Stadium hat das Kalb bereits 10% des Körpergewichts (ca. 4 Liter) an Flüssigkeit verloren.
  • Schwere Azidose: Das Kalb trinkt nicht mehr und liegt fest – häufig in Seitenlage. Die Atmung ist schwer und die Augen sind sehr weit eingesunken. Der Flüssigkeitsverlust beträgt zu diesem Zeitpunkt mehr als 12% des Körpergewichts (ca. 5 Liter).

Vergleich Darmzotten eines gesunden Kalbes mit denen eines an Durchfall erkrankten Kalber

Bildquelle: 'Durchfall durch Virusinfektion' von der RinderAllianz, veröffentlicht in der Präsentation Kälbererkrankungen - rechtzeitig erkennen & behandeln!

Kälberdurchfall behandeln: So gehen Sie vor

Hoher Flüssigkeitsverlust und schwere Azidose können für Kälber im schlimmsten Fall tödlich enden. Konnte eine Erkrankung festgestellt werden, gilt es, den Kälberdurchfall umgehend zu behandeln. Kälberdurchfall wird häufig durch Infektionserreger ausgelöst, die sich schnell weiterverbreiten können. Bevor Sie weitere Maßnahmen ergreifen, sollten Sie das betroffene Kalb daher zunächst isolieren. Ein Milchentzug (maximal 24 Stunden!) ist aber nicht generell empfehlenswert, da der Flüssigkeitsverlust so verschlimmert wird und dem Kalb zusätzliche Energie fehlt. Nach Möglichkeit sollte das Kalb drei Milchmahlzeiten pro Tag bekommen (insgesamt ca. 12% des Körpergewichts).

Wichtig: Solange im Zusammenhang mit unkompliziertem Durchfall kein Fieber auftritt, liegt meist keine bakterielle Ursache vor. Es besteht daher keine Veranlassung zur Gabe von Antibiotika.

Elektrolytverluste ausgleichen: die Elektrolytlösung

Zentraler Bestandteil der Therapie von Kälberdurchfall ist der Ausgleich der Elektrolytverluste. Mit medizinischen Elektrolytprodukte kann eine Elektrolytlösung leicht hergestellt werden.

Um die Akzeptanz bei Kälbern zu steigern, kann die entsprechende Lösung mit Milch vermischt werden. Gut zu wissen: Eine Elektrolytlösung können Sie bei Bedarf auch selbst herstellen. So können zur Bekämpfung von Kälberdurchfall Hausmittel genutzt werden. Lösen Sie hierzu in 1l Wasser

  • 3,5g Kochsalz (Natriumchlorid),
  • 2,5g Backpulver (Natriumhydrogenkarbonat/Natriumbikarbonat),
  • 1,5g Kaliumchlorid und
  • 0g Traubenzucker.

Kalb an der Tränke - PecuVital

Bildquelle: 'Kalb an der Tränke' von Detlef Gross, veröffentlicht auf agrarheute.com

Eine Überdosierung mit Natriumhydrogenkarbonat muss nicht befürchtet werden. Selbst eine Dosierung in doppelter oder dreifacher Menge des Bedarfs gilt als ungefährlich. Als Richtwerte gelten:

  • 20 bis 30 Gramm bei leichter Azidose
  • 30 bis 40 Gramm bei mittlerer Azidose
  • 40 bis 60 Gramm bei schwerer Azidose

Flüssigkeitsbedarf richtig ermitteln

Damit der Flüssigkeitsbedarf eines erkrankten Kalbs mittels Milch und Elektrolytlösung vollständig gedeckt werden kann, müssen die Flüssigkeitsverluste des Tieres berücksichtigt werden. Die folgende Tabelle kann als Orientierung dienen:

Flüssigkeitsverlust Schweregrad Verlust in Liter 
Bisherige Austrockung Leicht 2,5 – 3,0
Mittel 3,0 – 4,0
Schwer > 4,0
Laufender Durchfall Leicht 1,5 – 3,0
Mittel 3,5 – 6,0
Schwer 7,0 – 9,0

Für den tatsächlichen Flüssigkeitsbedarf gilt folgende Formel:

Flüssigkeitsbedarf = Erhaltungsbedarf (10% der Lebendmasse) + Verluste (bisherige Austrocknung + laufender Durchfall)

Infusion: So funktioniert die intravenöse Therapie

Bei fortgeschrittener Austrocknung (deutlich eingesunkene Augen; Dehydrationsgrad > 8%) bzw. bei fehlendem Saugreflex des Kalbs müssen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste über eine Infusion ausgeglichen werden. Hierzu legt der behandelte Veterinär einen Venenkatheter in Ohr- oder Halsvene. Über eine Sturzinfusion können bestehende Flüssigkeitsverluste nun schnell ausgeglichen und via Dauertropf weitere verhindert werden. Neben der Elektrolytlösung können hierbei zudem Glukose und Puffersubstanzen (bei vorliegender Azidose) verabreicht werden.

Sollte sich der Zustand des Kalbs nach der Sturzinfusion schnell bessern und dieses wieder selbstständig trinken, ist ein Dauertropf nicht notwendig. Die Elektrolytgabe sollte allerdings erst beendet werden, wenn sich der Kot des betroffenen Kalbs normalisiert hat. Hinweis: Das Drenchen (Einführung einer Sonde) von trinkschwachen Kälbern zur Verabreichung von Elektrolyten sollte allenfalls vorübergehend geschehen, um die Folgen eines Pansentrinkens zu vermeiden.

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Die Ursachen von Kälberdurchfall

Bei der Entstehung von Kälberdurchfall wirken mehrere Faktoren zusammen. Neben den infektiösen Kälberdurchfall-Erregern wie Rota- und Coronaviren, Clostridien, Cryptosporidien, Salmonellen und darmpathogenen E. coli-Bakterien, die in den meisten Ställen gefunden werden können, spielen Keimdruck, Immunsystem und Konstitution des jeweiligen Kalbs sowie weitere nicht-infektiöse Ursachen bei der Krankheitsentstehung eine entscheidende Rolle.

Die Faustregel lautet: Solange weniger als ein Drittel der Kälber an Durchfall erkranken, besteht kein Grund zur Besorgnis. Bei einem höheren Anteil allerdings sollte Ursachenforschung betrieben werden. Immerhin hängt der Prophylaxe-Erfolg maßgeblich von der richtigen Ursachen-Identifikation ab.

Erfahren Sie in einem weiteren Beitrag, welche Ursachen Kälberdurchfall hat und wie Sie Kälberdurchfall vorbeugen können.

Bildquelle Titelbild: 'Ein Kalb mit wässrigem Durchfall' von Dr. Marion Weerda, veröffentlicht auf diegruene.ch

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